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solidarische Grüße
linksjugend [’solid] Darmstadt

Bericht Stolpersteine Reinigung

Am 27.01.2015, dem 41. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz durch die Rote Armee im Jahre 1945, entschlossen wir uns, die im Zentrum Darmstadts gelegenen Stolpersteine zu reinigen.

Mit Stolpersteinkarte, Messingreiniger und Flyern ausgestattet machten wir uns auf, Stolpersteine zu reinigen mit dem Ziel einer symbolischen Ehrung der ermordeten jüdischen Opfer und zugleich als Warnung der heutigen Generationen, dass „Auschwitz nie wieder sei“.

Während unserer gut zweistündigen Aktion bekamen wir immer wieder positives Feedback von Passant*innen,welche es gut fanden, dass wir diesen historischen Tag nicht der Vergessenheit preisgeben. Leider bekamen wir aber auch ein paar negative Kommentare von Menschen zu hören, welche „genug vom Schuldkult“ hatten. Leider waren diese Menschen nicht bereit, sich einer Diskussion mit uns zu stellen und so blieben sie mit ihrer Meinung an diesem Tag in der Minderheit.

Während einer zweiten Runde wurden dann noch rote Nelken als Symbol der Arbeiterklasse und als Zeichen der Solidarität mit den Opfern dee Nazidiktatur an den Stolpersteinen niedergelegt.

Alles in allem war dies eine gelungene Aktion, welche wir 2017 gern wiederholen möchten.

In diesem Sinne: „Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg“!

Eure Linksjugend Darmstadt

71. Gedenktag der Befreiung von Auschwitz

Input zum 71. Gedenktag der Befreiung von Auschwitz

Das KZ Auschwitz lag westlich der Stadt Oświęcim im damals besetzten Polen.

Sowohl der Ort, als auch das Lager trugen den deutschen Namen „Auschwitz“, den die Nationalsozialisten erfanden. Spricht man heute von dem Dorf, das nach wie vor besteht, sollte man den tatsächlichen Namen Oświęcim gebrauchen.

Die Reise in den Tod

Die Menschen wurden in Städten in Deutschland, Polen, Tschechien, Belgien und vielen anderen Staaten auf den Marktplätzen oder vor Bahnhöfen zusammengetrieben und in Viehwagen verladen. Meist mehrere Tage verbrachten sie in den dunklen, engen Wagen, bis sie an einem ihnen völlig unbekannten Ort ausstiegen. Dort wurden sie von Männern der SS gezählt und ihre Daten wurden vermerkt. Sie bekamen die Schädel rasiert wurden tätowiert, sämtlicher Schmuck wurde eingezogen und sie mussten ihrer Kleider ablegen. Anstelle ihrer eigenen Kleidung erhielten sie Lumpen und Fetzen, wenn sie Glück hatten noch ein paar kaputte, schlecht sitzende oder viel zu kleine oder zu große Schuhe dazu. Anschließend bekamen sie eine Behausung zugeteilt.

Stammlager Auschwitz-I

Im April 1940 ordnete Heinrich Himmler den Erbau des KZ Auschwitz an. Die Postion hatte er wegen der guten Gleisanbindungen ausgesucht, um den Menschen-Transport zum Lager so schnell und reibungslos wie möglich abwickeln zu können. Der Bau des Stammlagers, später einer von mehr als 50 Teilen des Gesamtkomplexes, wurde schon Mitte Mai 1940 abgeschlossen, sodass am 20. Mai bereits die ersten Insassen „einzogen“. Schon im März des Folgejahres befahl Himmler den Ausbau des Lagers, Block 11 wurde gebaut. Block 11, auch Todesblock genannt, war ein Gebäude im Stammlager, in dessen Keller sich das Lagergefängnis, auch Bunker genannt, befand. Im Gefängnis wurden Menschen untergebracht, die gegen bestimmte Regeln oder Auflagen leicht verstoßen hatten. Dort wurden sie besonders gequält um auch nach ihrer „Entlassung“ den anderen im Lager davon zu erzählen und sie abzuschrecken.

Leben in Auschwitz-I

Unter den Häftlingen gab es eine von der SS grausam errichtete Hierarchie. Es gab einige „Funktionshäftlinge“, an deren Spitze der Lagerälteste stand. Darauf folgten die Blockältesten und einige Stubendienste, die von der SS erwählt wurden und die Verantwortung über die anderen Häftlinge trugen. Außerdem stand jedes Arbeitskommando unter einem sogenannten Kapo, der die Kolonne anführte. Funktionshäftlinge waren stets die ersten, die eine Bestrafung erfahren mussten. So stellte die SS sicher, dass die Funktionshäftlinge aus Angst vor Bestrafung ihre Befehle ausführten. Die wenigen höher gestellten Häftlinge, die sich weigerten ihre Mitgefangenen
zu schlagen, wurden meist mit dem Tod bestraft. Die zweistöckigen Baracken wurden jeweils für 700 Menschen errichtet. Später waren in jeder bis zu 1.200 Inhaftierte untergebracht.
Jeden Tag gab es um 4:00 Uhr morgens ein Wecksignal. Der Blockälteste trieb die ihm unterstellten Gefangenen mit Beschimpfungen und Schlägen von den Pritschen. Die Häftlinge mussten nun die Strohsäcke, (wenn es denn welche gab) die als Matratzen und Decken dienten, ordentlich zusammenlegen. Wer dies nicht genau befolgte, wurde schwer bestraft. Danach ging es zu den Latrinen, von denen jeweils eine für mehrere tausend
Häftlinge zur Verfügung stand, alles unter Aufsicht mehrerer SS Soldaten. Das Frühstück bestand für gewöhnlich aus einem halben Liter einer faulig riechenden braunen Brühe, dem sogenannten Kaffee-Ersatz, oder Tee. Feste Nahrung wurde morgens nicht ausgeteilt.
Bis hierher war ab dem Wecksignal eine halbe Stunde Zeit vergangen.
Gegen 6:00 Uhr musste jeder Häftling zum Morgenappell angetreten sein. Auch die über Nacht verstorbenen Menschen wurden von den Insassen zu den Appellen gebracht. Nicht selten dauerte das Zählen mehrere Stunden. Während dieser Zeit mussten alle Häftlinge still in ihrer Reihe stehen, wer in die Knie ging, wurde mit einer Kugel bestraft. Nachdem gezählt wurde ging es in Zehner Reihen zu den Arbeitsorten. Gearbeitet wurde bei jedemWetter und mit unzureichenden Werkzeugen im Straßenbau, in der Landwirtschaft, in Rüstungsbetrieben oder in Fabriken. Außerdem wurden Häftlinge eingesetzt um das Lager weiter auszubauen. Viele, der wegen der schlechten Ernährung und unmenschlichen Arbeit abgemagerten Menschen, überlebten die harte, anstrengende und stundenlang andauernde Arbeit nicht. Wer sich ausruhen wollte oder vor Erschöpfung zusammenbrach
wurde erschossen.
Während der zwölfstündigen Tortour gab es eine Mittagspause, die ungefähr eine halbe Stunde dauerte. In dieser Zeit wurde die unter den Häftlingen so genannte „Buna-Suppe“
ausgeteilt. Eine braun, grün oder gelbe wässrige Suppe, die aus Gräsern und Nesseln bestand und nach nicht viel außer Gummi schmeckte. Einen ¾ Liter bekam jeder davon. Nach der Arbeit kam der oft kilometerlange Rückweg zum Lager. Die Lebenden mussten die bei der Arbeit verstorbenen Menschen zurück zum Lager tragen, am Tor wurde jeder nach geschmuggelten Lebensmitteln und „Waffen“ durchsucht. Nach dem Abendappell
folgte die abendliche Essensausgabe. Die Häftlinge bekamen 1/5 Laib Brot, meist verschimmelt oder sauer, der fürs Frühstück gedacht war. Dazu gab es 8-20g Margarine, einmal pro Woche 30g mangelhafte Wurst, 100g Quark sowie 50g Marmelade. Oft waren die wenigen Lebensmittel auch noch fett reduziert, die benötigten Kalorien konnten nicht zustande kommen.
Ab 21:00 Uhr herrschte Nachtruhe, wer jetzt die Baracke verließ, wurde erschossen.

Nachts gingen besonders viele der verzweifelten Häftlinge „in den Draht“. „Bestrafungen“ und Folter der SS geschahen meist willkürlich. Immer wieder dachten die Soldaten sich neue Methoden aus um Häftlinge zu foltern.
Beim „Mütze werfen“ riss ein SS-Mann einem Häftling die Mütze vom Kopf um sie weit weg zu werfen. Der Häftling rannte zu seiner Mütze (es war verboten sich ohne Mütze zu zeigen) und wurde von hinten „auf der Flucht“ erschossen. Der verantwortliche SS-Mann bekam nun einige Tage Sonderurlaub da er einen Häftling an der Flucht gehindert hatte. Aufgrund der Mangelernährung erkrankten viele Insassen an Durchfall. Es gab eine Durchfallstation, auf der die dort untergebrachten Menschen 1-2 Tage gar keine Nahrung bekamen.

Birkenau Auschwitz-II

Im September 1941 wurde angeordnet das Lager erneut zu vergrößern. Im neuen Teil sollte Platz für 200.000 sowjetische Kriegsgefangene geschaffen werden. Für das zweite große Lager, das zukünftig als Vernichtungslager Verwendung fand, wurde der Ort Brzezinka, z.dt. Birkenau, komplett abgerissen und Baracken wurden errichtet. Trat man durch das Eingangstor Birkenaus, zog sich ein langer Weg geradeaus an den Baracken vorbei, auf der rechten Seite die Blöcke für Frauen und Kinder unter 14 Jahren, bestehend aus Holz, auf der linken Seite die für die Männer, bestehend aus Stein. Ab März 1942 wurde in Birkenau vergast. Zuerst wurden „probeweise“ kleine Gruppen in einem einzigen Gebäude in eine Kammer gebracht und durch Zulauf von Zyklon-B2 erstickt. Dieses Verfahren fand schon in einem ehemaligen Munitionsbunker ein Jahr zuvor im Stammlager Auschwitz-I Anwendung, wurde aber ab 1942 nur noch in Birkenau genutzt. Das Vergasen stellt man sich heute zumeist als ein „Hahn aufdrehen“ vor, tatsächlich wurden aber in Blausäure getränkte Pellets meist von oben auf die Menschen herabgeschüttet, an deren Ausdünstungen sie dann erstickten. Es dauerte eine ganze Weile, bis die Richtige Dosis für diese Menge an Menschen gefunden war. Deshalb wurde zu Beginn durch eine Klappe überprüft ob sich noch jemand bewegte. Bei Bedarf wurde nachgeschüttet. Nachdem die Menschen eingesperrt wurden, war ihnen meist nicht klar was passieren würde. Für viele Menschen ist Cyanwasserstoff geruchlos, andere beschreiben den Geruch als bittermandelähnlich. Das Einatmen von Cyanwasserstoff blockiert die Atemkette, der Mensch ist nach sehr kurzer Zeit innerlich erstick. Das Zyklon-B wurde in Räumen der Dessauer Werke für Zucker und chemische Industrie hergestellt. Beteiligt waren unter anderem Firmen wie die IG Farben, Degussa und Evonik.

Später bekam auch Birkenau eine eigene Zuganbindung mit einem Gleis, das mitten im Lager endete. Vor dem Gleis befand sich ein großer Platz, auf dem sich die Aussteigenden versammelten.
Viele Menschen wurden direkt nach ihrer Ankunft nach Birkenau getrieben, um dort entweder sofort oder nach einer Selektion direkt in eine Kammer geschickt zu werden. Insgesamt gab es in Birkenau vier Krematorien, die Gaskammern mit Grundflächen von über 200qm besaßen und zwei separate Gaskammern. Eine Kammer konnte pro Einleitung knapp 8700 Menschen vernichten. In den Krematorien konnten 4416 erwachsene Männer in 24 Stunden verbrannt werden. Ein Erfolgsmodell.

Monowitz Auschwitz-III

Die IG Farben (Sitz damals in Frankfurt) richtete einen weiteren Komplex, das Arbeitslager Monowitz, ein, das Ende 1942 in Betrieb ging. Das Arbeitslager wurde an die bereits bestehenden Gebäude des Buna3-Werks angegliedert, das schon über ein Jahr zuvor eingeweiht wurde. Dort sollten die Menschen durch Arbeit vernichtet werden. In den verschiedensten Bereichen wurden Menschen teilweise 16 Stunden täglich eingesetzt um bis zum bitteren Ende zu arbeiten. Die Nationalsozialisten wollten aus den von ihnen verachteten Menschen vor ihrem Tod noch einen Nutzen ziehen. In Monowitz arbeiteten sowohl Insassen aus dem Stammlager, als auch einige wenige aus Birkenau. Für den, der erst einmal in Birkenau angekommen war, bestand keine Überlebenschance mehr.

Außer den drei großen Lagern gab es noch ca. 50 kleinere im Umkreis des Lagerkomplex Auschwitz, dort wurden Arbeiten auf Feldern oder in Bergwerken verrichtet.

Befreiung

Zwischen dem 17. und 23. Januar 1945 wurden noch etliche Häftlinge, man geht von ca. 60.000 Menschen aus, erschossen oder wurden zu Märschen Richtung Westen in den Tod geschickt. Am 27. Januar fielen sowjetische Truppen in das Lager ein und befreiten die verbliebenen Menschen. Viele der Befreiten starben allerdings in den nächsten Tagen. Zum einen bekamen sie von den Soldaten gute üppige Mahlzeiten, die ihre entkräfteter Körper nicht mehr gewohnt waren, zum anderen, so weiß man heute, führte auch die seelische Last, die von den Menschen abfiel und das Gefühl befreit worden zu sein, bei vielen zum Tode.


Der längste Appell in Auschwitz dauerte 20 Stunden.

Aus der IG Farben gründeten sich Unternehmen wie die
Bayer AG, die Chemischen
Werke Hüls [4] oder die Farbwerke Höchst AG.

Erst seit 1996 ist der 27. Januar ein Gedenktag in
Deutschland.

Zur Blütezeit des Lagers fanden Experimente an
Häftlingen statt, bei denen beispielsweise
die Wirkung von Äther, der injiziert wurde, getestet
werden sollte.

In Birkenau war ein eigener Block für Sinti und Roma
eingerichtet, er wurde „Zigeunerlager
Auschwitz“ genannt.

Etwa 90% der nach Auschwitz deportierten Menschen
waren Jüdinnen und Juden.

Zwischen 1940 und 1945 wurden in Auschwitz etwa 1,5
Millionen Menschen getötet.

Unter den nach Birkenau deportierten Häftlingen
befanden sich ungefähr 232.000 Kinder und Jugendliche
unter 18 Jahren.

Wir hoffen wir konnten euch einen groben Überblick verschaffen.
Wenn ihr noch fragen habt, könnt ihr sie uns gerne noch stellen.
Uns hat es einige Kraft gekostet diesen Text zu verfassen. Wir raten jeder*m Interessierten definitiv einmal selbst nach Polen zu fahren und sich die Gedenkstätte anzuschauen. Es ist ein großer Unterscheid zu Gedänkstätten wie Buchenwald etc.
Das Gelände von Auschwitz hat sich über 40 Quadratkilometer erstreckt, man hat das Gefühl es ist unendlich…

Ansonsten bis kommenden Mittwoch!

Berichterstattung zur TTIP – Veranstaltung am 11.5.15

Letzte Woche besuchte ein Mitglied unserer Basisgruppe eine Werbe- bzw. Informationsveranstaltung zu TTIP, die von der lokalen Bundestagsabgeordneten Brigitte Zypris (SPD) im Staatsarchiv veranstaltet wurde. Hier sein Bericht dazu:

Anfangs war ich total euphorisch und habe mich sehr darauf gefreut, gemeinsam mit anderen über dieses geheime Projekt zu sprechen und war gespannt auf die Stellungnahme von Frau Zypries.
Leider stellte ich recht schnell fest, dass dies keine stark beworbene Veranstaltung war, sondern viel mehr ein Klassentreffen der Ü60er. Alle kannten sich, alt eingesessene realpolitikerfahrene Herren und Damen. Ich sowie drei andere Jugendliche waren die einzigen unter 20 und so wurden wir auch angeschaut.
Beim Eintreten sah ich mich um und fand sogleich die Veranstalterin, also ging ich zu Ihr hin um sie zu grüßen. Ihr Blick haftete gefühlte 30 Sekunden auf meinen Füßen, welche wie üblich ohne Schuhe auskamen, bis sie endlich meine ihr gereichte Hand erblickt und kurz mit „Guten Tag“ sagte. Als alt­ein­ge­ses­se Karrieristin in einer ehemals linken Partei scheint sie ein Gespür für kritische Geister entwickelt zu haben.

Nun kam es also endlich zum Auftakt und sie hielt eine elend lange Rede über diese ganzen ach so tollen Vorteile, mit welchen uns TTIP beglücken wird. Leider bereitete ihr schon das Aussprechen des vollen Namens erhebliche Probleme, was bei mir dann doch einige Skepsis hinsichtlich ihrer Sachkentniss auslöste.

Nachdem Sie schließlich fünf Mal betonte, wie schlecht Blei in Kinderspielzeugen sei und das Deutschland dies umgehend ändern müsse fragte dann endlich jemand im Saal, warum das nicht auch ohne TTIP funktioniert. Die Antwort war, das dies schon ginge ABER wie viele Gesetze müsse man denn beschließen „um alles zu beseitigen, was hier nicht so gut läuft, da ist TTIP doch passend“.
Warum nicht gleich verstopfte Abwasserrohre mit Dynamit reinigen….
Diese, vor parlamentarischem Arbeitseifer nur so strotzende, Statement von einer so genannten SOZIALdemokratin und ehemaligen Justizministerin zu hören machte mich traurig.

Ein weiteres Argument für den geplanten „Turolader transaltantischer intensiv Partnerschaft“ war auch: „Endlich setzen sich hohe Qualitätsstandards auch in den USA durch.“. Diese These, das die mitverhandelnden Lobbyisten US-amerikanischer Konzerne ihre Bürger tatsächlich mit, für sie teuren, Verbraucherschutzstandards beglücken könten musste natürlich nicht weiter diskutiert werden. Etwas so utopisches von einer derart realitätsnahen Politikerin zu hören belustigte mich. Ich war in dem Moment kurz davor zu fragen:
„Wenn das für sie realistisch ist, weshalb dann nicht auch ein menschenwürdiges Wirtschaftssystem?“.

Als sie ihre absolut überflüssige Rede beendete erhielt das Wort ein Sprecher der Firma Merck. Bevor ich jetzt über seine Einstellung spreche und seine Argumente vorstelle, möchte ich zu bedenken geben, dass seine Firma einen jährlichen Umsatz von ca. 11 Milliarden Euro macht und es sich um einen weltweit exportierenden Konzern handelt.
Ihn plagten vor allem die Zölle und andere Etikettierung in den USA. Beides zusammen genommen anscheinend Kosten von ungefähr acht Millionen Euro jährlich. Schaut man sich nun den Umsatz im Vergleich zu diesem verschwindend geringen Betrag an, könnte man fast meinen der große Bruder (Merck) beschwere sich seinem kleinen Bruder (den Steuerzahlern) ein Eis auszugeben. Die Summe ist tatsächlich weniger als 0,0008 % des Gesamtumsatzes…

Während das Kapital, vertreten durch den Herrn von Merck, seine exponierte Stellung auf der Bühne nutze um alles an TTIP zu schmücken und schön zu reden, saß unsere werte Frau Zypries daneben und blickte durchgehend in ihr Smartphone. Vermutlich eine neue Arbeitsrichtlinie für alle Mitarbeiter*Innen, im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, untern „TTIP-Minister“ Gabriel.
Abgesehen von dieser, möglicherweise unfreiwilligen Achtung vor dem Publikum unterbrach Sie in der folgenden Diskussionsrunde ständig kritische Gäste und lachte über kritische Äußerungen.
Genau genommen wurde eigentlich keine der Nachfragen ernsthaft beantwortet. Teilweise hatte man als Anwesender sogar den Eindruck, Frau Zypries hörte entweder nicht richtig zu oder antworte bewusst sehr vage und verwirrend.
Wenn auch nicht ganz so schlimm wie ein Verfassungsschützer im NSU-Ausschuss….

Es wurden vor der Veranstaltung Fragen in Form von gelben Kärtchen gesammelt, auf denen wir dann unsere Themen und Fragen notieren durften. Diese sollten später beantwortet und sortiert werden. Von meinen Fragen oder Kritikpunkten wurde nichts behandelt, anhand der fragenden Gesichter konnte ich feststellen, dass es nicht nur mir so ging.

Später wurde es dann hektisch und etwas lauter, weshalb auch pünktlich um 21 Uhr die Runde geschlossen wurde und sich Interessierte anstallen konnten um alleine mit Frau Zypries zu sprechen.
Dieses abrupte Ende der Veranstaltung wurde folgendermaßen begründet: „Aufgrund des anstehenden Fußballspiels werden wir nun die Veranstaltung schließen, um Ihnen zu ermöglichen das Spiel im TV zu verfolgen.“.
Nun erschließt sich mir auch der Begriff von der „Arbeitsteilung in der mordernen Leistungsgesellschaft“, wir kriegen Fußball und das Kapital Plätze in den Geheimverhandlungen um TTIP, Ceta und TISA.
Zumindest diese Lektrion, als Teil meines linken Klassenbewusstseins, konnte mir die ehemalige Redakteurin einer DKP nahen Zeitschrift noch mit auf den Weg geben.

1. Mai – Demonstration in Darmstadt

Am Kampftag der ArbeiterInnenklasse ging es zur Sache in Darmstadt.

1. Mai - Demonstration

Zusammen mit DieLinke.SDS, IG Metal Jugend, DGB Jugend, ver.di Jugend und der jungen GEW haben wir als Jugendblock der 1.Mai-Demo mitdemonstriert.
Die Stimmung auf der Demonstration war gut, nicht zuletzt dank unserer Stimmen, nur der Lautsprecherwagen hätte mit einer passenden Musik-Auswahl besser eingesetzt werden können. In der Nachbesprechung der Demo haben wir beschlossen uns im nächsten Jahr aktiver in der Organisation und Vernetzung einzusetzen.
Die Demonstration startete am DGB-Haus, machte einen Bogen durch Darmstadt und ging dann über den Willy-Brandt-Platz und Luisenplatz zum Marktplatz. Wo er mit einer Kundgebung und Kulturprogramm sowie vielen Info-Ständen von Gewerkschaften und politischen Gruppen endete.

1. Mai: der SPD-Stand ist gut besetzt.

Am Stand der SPD versuchten wir die ehemalige Arbeiterpartei mit einer spontanen Sitzblockade an ihre einstigen Werte und Überzeugungen zu erinnern. Unser Protest richtete sich besonders gegen jüngste politische Verfehlungen wie etwa die Vorratsdatenspeicherung, die gewerkschaftsfeindliche Tarifeinheit und das Freihandelsabkommen TTIP. Welches die Berufspolitiker der SPD den Bürgern unbedingt schönreden wollen und falls das nicht funktioniert, versuchen sie es als kontroverses Thema darzustellen und tot zu reden. Bis die Allgemeinheit zu genervt ist um sich weiter dafür zu interessieren.
Eine Partei in der Themen wie TTIP, Tarifeinheit und VdS durchgepeitscht werden und die in einer Koalition mit Parteien wie CDU und CSU zufrieden vor sich hin dümpelt, hat in unseren Augen ihre Wurzeln in der ArbeiterInnenklasse über den Haufen geworfen. Infolge dessen konnten wir nicht anders als Ihren Auftritt, am Tag der Arbeit kritisch solidarisch zu begleiten und ein Umdenken zu fordern. Unter der Hand erzählten zwar die anwesenden Sozialdemokraten das man ja eigentlich auch TTIP und Co. ablehne aber unsere offene solidarisierung mit ihren persönlichen Meinungen wollten sie dann doch weg haben.
Wir hoffen, unsere kleine, spontane Protestaktion wurde in der SPD Darmstadt als nötige Kritik aufgenommen und vielleicht wurde ja sogar das unscheinbare Detail bemerkt, dass wir den Stand lediglich auf der rechten Seite blockiert haben, nach links aber durchaus Luft ließen. Geplant oder nicht, war es ist eine passende Symbolik.

Damit Auschwitz nie wieder sei

Unserem Aufruf zur Kundgebung vor dem Haus der Wirtschaft folgenden, demonstrierten wir heute vor diesem.

Wir präsentierten uns vor dem Haus, in dem noch gearbeitet wurde, mit dem extra dafür erstellten Transparent und hielten folgende Rede:
Linksjugend Rede auf Kundgebung 27.01.pdf
(Es zählt das gesprochene Wort).

Danach legten wir eine Schweigeminute für die Opfer von Shoa und Faschismus ein.